Photodynamische Therapie · PDT und aPDT
Photodynamische Lasertherapie Lugano
Die photodynamische Therapie verbindet eine lichtempfindliche Substanz mit Licht: Der Photosensibilisator reichert sich im Zielgewebe an und löst bei Bestrahlung eine Reaktion aus, die selektiv auf dieses Gewebe wirkt. In der Praxis wenden wir sie in zwei getrennten Formen an: als dermatologische PDT mit einer Creme auf der Haut und als antimikrobielle PDT (aPDT) gegen Krankheitserreger.
- Dermatologische PDT: photosensibilisierende Creme auf der Haut, danach Rotlicht oder Laser
- Antimikrobielle PDT (aPDT) gegen Bakterien, Viren und Parasiten
- Interstitielle, endoskopische oder kathetergestützte Bestrahlung

So funktioniert die aPDT per Infusion
Verabreichung
Der Photosensibilisator wird per Infusion verabreicht und durch die systemische intravenöse Lasertherapie aktiviert.
Selektive Anreicherung
Nach etwa 2–3 Stunden bindet sich die Substanz selektiv an das Zielgewebe.
Bestrahlung
Der Laser bestrahlt den Bereich gezielt: interstitiell, endoskopisch oder mit Kathetertechnik.
Lokale Wirkung
Die photodynamische Reaktion wirkt auf das erkrankte Gewebe. Die häufigsten Nebenwirkungen sind eine vorübergehende Lichtempfindlichkeit der Haut und lokale Reaktionen im behandelten Bereich, etwa Schmerzen oder Rötung.
Dermatologische PDT
Eine photosensibilisierende Creme (5-ALA oder MAL) wird auf die Läsion aufgetragen und wirkt unter einem Verband etwa 3 Stunden ein; danach wird der Bereich mit Rotlicht oder Laser beleuchtet.
- Aktinische Keratosen (Vorstufen von Hautkrebs)
- Morbus Bowen (Plattenepithelkarzinom in situ)
- Oberflächliche und einige dünne Basalzellkarzinome
Während der Beleuchtung kann ein Brennen oder Schmerz auftreten; bei Bedarf werden Massnahmen zur Linderung eingesetzt.
Antimikrobielle PDT (aPDT)
Die aPDT zielt darauf ab, bakterielle, virale und parasitäre Erreger zu inaktivieren. Der Photosensibilisator bindet sich nicht an krankes Gewebe, sondern an die Erreger, die anschliessend von der Laserbestrahlung getroffen werden.
- Lokalisierte Infektionen und besiedelte chronische Wunden
- Chronische Entzündungen infektiösen Ursprungs
- Ansatz ohne systemische Antibiotika
Photosensibilisatoren: Indocyaningrün (ICG), Chlorin E6, Curcumin, Hypericin und Riboflavin.
Anwendungsbereiche
Dermatologie (PDT)
Aktinische Keratosen, Morbus Bowen und oberflächliche Basalzellkarzinome, mit der dermatologischen PDT.
Infektionen (aPDT)
Gezielte Inaktivierung der Erreger bei lokalisierten Infektionen, auch bei Resistenzen.
Unterstützende Therapien
Kombinierter Einsatz mit intravenöser und interstitieller Lasertherapie, in einem individuell beurteilten Behandlungsweg.
Wichtiger Hinweis
Die photodynamische Therapie ersetzt keine onkologischen oder antimikrobiellen Standardtherapien. Sie wird als ergänzende Behandlung angeboten, nach individueller Beurteilung von Indikation, erwartetem Nutzen und Risiken, und in Abstimmung mit den behandelnden Ärztinnen, Ärzten und Fachpersonen.
Häufige Fragen
Wie lange dauert eine Sitzung?
Bei der dermatologischen PDT wirkt die Creme etwa 3 Stunden vor der Beleuchtung ein; bei der aPDT per Infusion liegen zwischen Verabreichung und Bestrahlung etwa 2–3 Stunden. In beiden Fällen sollte der Termin für einen halben Tag geplant werden.
Ist sie schmerzhaft?
Bei der dermatologischen PDT kann die Beleuchtung brennen oder schmerzen; das lässt sich mit geeigneten Massnahmen lindern. Bei der aPDT wird die Bestrahlung in der Regel gut vertragen; bei interstitiellen oder kathetergestützten Anwendungen wird lokal betäubt.
Welche Vorsichtsmassnahmen gelten nach der Behandlung?
Während eines individuell festgelegten Zeitraums ist direktes intensives Licht und Sonne zu meiden, weil die Haut vorübergehend lichtempfindlich bleibt.
Wer kann keine PDT erhalten?
Schwangerschaft und Stillzeit, einige photosensibilisierende Medikamente und bestimmte klinische Situationen sind Kontraindikationen: Sie werden in der Konsultation geprüft.
Übernimmt die Versicherung die Kosten?
Die Praxis ist RME-zertifiziert und rechnet im Tessin mit den Zusatzversicherungen ab: Mit einer Zusatzversicherung kann die Behandlung unter bestimmten Bedingungen zurückerstattet werden. Wer nur die Grundversicherung hat, erhält in der Konsultation einen klaren Kostenvoranschlag und bezahlt direkt.
Wissenschaftliche Quellen
- Morton CA, et al. European Dermatology Forum guidelines on topical photodynamic therapy 2019 Part 1: treatment delivery and established indications. J Eur Acad Dermatol Venereol. 2019;33:2225–2238. doi:10.1111/jdv.16017
- Agostinis P, et al. Photodynamic therapy of cancer: an update. CA Cancer J Clin. 2011;61:250–281. doi:10.3322/caac.20114
- Wainwright M, et al. Photoantimicrobials: are we afraid of the light? Lancet Infect Dis. 2017;17:e49–e55. doi:10.1016/S1473-3099(16)30268-7
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Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine medizinische Beratung. Indikation, erwarteter Nutzen und Risiken jeder Behandlung werden im Rahmen der fachärztlichen Konsultation individuell beurteilt.
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